Mittwoch, 23. Januar 2013

Inflationserwartungen im Euroraum

Ich habe heute mal auf die langfristigen Inflationserwartungen für den Euroraum aus der Survey of Professional Forecasters (SPF), die von der EZB veröffentlicht wird, geschaut.

Der Durchschnitt der Punktprognosen (für die Inflationsrate im Jahr 2017) liegt schön fest bei 2.0 % verankert.

Allerdings sieht man, wenn man auf die prognostizierten Verteilungen schaut, dass sich diese in den vergangenen drei Jahren deutlich "verbreitert" hat.


Die Wahrscheinlichkeit, dass die Inflationsrate dann über 3 % liegen wird, wird insgesamt mit 8,8 % angesetzt. (Ende 2007 lag der vergleichbare Wert nur bei 2,5 %.) Gleichzeitig ist die geschätzte Wahrscheinlichkeit für Preissteigerungen von weniger als 0,5 % auch auf 3,4 % gestiegen (von 0,7 %).

Für mich zeigt das zwei Dinge:
  • Die EZB hat ein bisschen Schwierigkeiten bekommen, alle Leute davon zu überzeugen, dass sie auf mittlere Frist für die Einhaltung des Inflationsziels sorgen wird/kann/will.
  • Verschiedene Beobachter haben sehr verschiedene makroökonomische Modelle im Hinterkopf (oder hoffentlich auf dem PC), wenn sie sich über die zukünftige Makroentwicklung Gedanken machen. 
Insgesamt zeigen aber auch die Statistiken zur Verteilung noch keine wirklich beunruhigende Entwicklung - dafür "clustert" die Verteilung noch zu sehr um das offizielle Inflationsziel und die Schiefe der Verteilung ist noch nicht ausgeprägt genug.

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