Dienstag, 23. April 2013

Geldmengen im Euroraum

Bei der ganzen Diskussion darum, wie die EZB mit ihrer Politik der "laufenden Druckerpresse" ruinöse Inflationsraten produzieren wird, ist in regelmäßigen Abständen ein Blick auf die Geldmengenentwicklung im Euroraum ganz hilfreich.


Die Geldbasis (das ist im weitesten Sinne die Menge an Zentralbankgeld, die die EZB in Umlauf gebracht hat) liegt zwar über ihrem Trend zwischen 2002 (Einführung des Euro-Bargelds) und 2008 (vor Ausbruch der Finanzkrise) - aber nicht nennenswert und schon gar nicht um einen Faktor, der uns in eine ganz andere "monetäre Welt" befördern würde.


Die breite Geldmenge (M3) hat sich in den vergangenen Jahren sogar so schwach entwickelt, dass der "Geldüberhang", dessen Aufbau man für die Jahre nach 2006 konstatieren könnte, vollständig abgebaut ist. (Das alles sind einfache Trendbetrachtungen und ignoriert jegliche Einflussfaktoren, die die Geldnachfrage bestimmen; allein sie zeigen, dass die EZB, was die Geldmenge angeht, alles andere als "aus allen Rohren feuert".)

Kritik aus anderen Gründen am Vorgehen der EZB, was die Käufe von Staatsanleihen angeht, (z. B. auf Basis demokratietheoretischer Überlegungen) sind völlig legitim - zielen aber ja in eine ganz andere Richtung.

Jedenfalls entbehren Warnungen vor einem monetär induzierten Inflationsschub im Euroraum - selbst wenn man ein sehr mechanisches Bild von der Übertragungseffekte von Geldbasis über breite Geldmenge auf die Preisentwicklung hat - derzeit jeder empirischer Grundlage.

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