Donnerstag, 18. April 2013

Warum ist die aktuelle Konjunkturerholung anders?

Diese Frage stellen sich Ayhan Kose, Marco Terrones und mein Koautor Prakash Loungani vom Internationalen Währungsfonds (IWF) in einem Beitrag zum aktuellen WEO.

Zusammenfassungen des Beitrags gibts auf Prakash's Blog und bei voxeu.

Ein maßgeblicher Faktor - wie auch immer man die Notwendigkeit dafür bewertet - ist die sehr ungewöhnlich restriktive Finanzpolitik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Schön abzulesen an den folgenden zwei Abbildungen aus dem Beitrag:

Reales BIP/Kopf

Reale primäre Staatsausgaben

Die expansiven Effekte der restriktiven Finanzpolitik lassen jedenfalls weiter auf sich warten ... und wenn man mich fragt, dürfte die Wartezeit auch noch ein Weilchen anhalten.

Sicher war es in den überschuldeten Krisenstaaten im Euroraum notwendig ein gewisses Maß an Sparanstrengungen umzusetzen (das verneint noch nicht mal P. Krugman ;-); aber ob der aggregierte finanzpolitische Kurs in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nicht eher kontraproduktiv war, sollte dringend diskutiert werden.

Kose, Loungani und Terrones sind dabei insgesondere darüber besorgt, dass eine Finanzpolitik, die die gesamtwirtschaftliche Nachfrage noch zusätzlich dämpft, der Geldpolitik bei der Konjunkturstabilisierung mehr aufbürdet, als diese leisten kann:
"The evidence presented here does not in itself permit an assessment of whether the different policy mix in this recession and recovery was appropriate. The response of policies may have been reasonable given the respective room available for fiscal and monetary policies in advanced economies.

However, there are also concerns. Even though monetary policy has been effective, policymakers had to resort to unconventional measures and even with these measures, the zero bound on interest rates and the extent of financial disruption during the crisis have lowered the traction of monetary policy (Werning 2012; Krishnamurthy and Vissing-Jorgensen 2011; D’Amico et al. 2012; Swanson and Williams 2013). This, together with the extent of slack in these economies, may have amplified the impact of contractionary fiscal policies (Blanchard and Leigh 2013; Christiano, Eichenbaum and Rebelo 2011; Auerbach and Gorodnichenko 2012).

Four years into a weak recovery, policymakers may need to worry about the risk of overburdening monetary policy as it is now being relied upon to deliver far more than it has ever needed to in the past."

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