Freitag, 17. Mai 2013

Niedrige Zinsen

Hmm. F.A.Z.-Herausgeber H. Steltzner geht immer noch nur am Rande auf die konjunkturstabilisierende Funktion der Geldpolitik ein, sondern beklagt lieber die "Enteignung der Sparer" (was von diesem Schlagwort zu halten ist, habe ich hier schon beschrieben).

(Über die weiterhin unqualifizierten Hinweise auf die EZB-Vermögensstudie am Ende des Beitrags sehe ich hier mal hinweg.)

Ich habe mal ein paar Zahlen zum Thema "Sparen und Investieren" herausgesucht (Quelle Statistisches Bundesamt):


Selbst beim derzeitigen Zinsniveau sparen selbst in Deutschland ALLE volkswirtschaftlichen Sektoren mehr sparen als sie investieren.

Nachdem seit ca. 2002 die Unternehmen aufgehört haben ein Finanzierungsdefizit auszuweisen, wies zuletzt sogar der Staat einen Überschuss aus.

Insgesamt heißt das aber, dass selbst beim heute herrschenden Preis ("Zins") immer noch ein Überschussangebot an Ersparnissen auf eine "zu niedrige" Investitionsnachfrage trifft.

Das kann alles gute Gründe (z. B. demographische) haben, so dass selbst bei einem weiterhin positiven gesamtwirtschaftlichen Finanzierungssaldos mal höhere Zinsen angebracht sein werden (nämlich wenn sich die langfristigen Inflationserwartungen erhöhen). 

Aber die Position, dass das Zinsniveau irgendwie künstlich niedriggehalten wird und Sparer zwangsweise niedrige Renditen hinnehmen müssen, kann man mMn empirisch nicht halten.

1 Kommentar:

André Kühnlenz hat gesagt…

Kommt man in der Grafik oben eigentlich 1:1 auf den Leistungsbilanzüberschuss?

Und: Wenn alle privaten Sektoren sparen, führt das Sparen des Staates doch zu einer Erhöhung des Leistungsbilanzüberschusses... Eigentlich "darf" sich der Staat doch noch etwas mehr Zeit damit lassen!

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