Freitag, 14. Juni 2013

Regling-Interview

K. Regling, Chef des ESM, spricht im F.A.Z.-Interview über das Stützungsprogramm für Griechenland und insbesondere die Rolle des IWFs.

Besonders bemerkenswert meiner Meinung nach seine Aussage zur zukünftigen Rolle des IWF bei ähnlichen Problemen im Euroraum:
"Kurz- und mittelfristig sollte der IWF an Bord bleiben. Er hat die größte Erfahrung mit solchen Programmen. Aber auf Dauer müssen die Eurostaaten solche Programme selbst stemmen."
Eigentlich kann man da nur zustimmen. Denn der Euroraum als leistungsfähiger Wirtschaftsraum sollte mit internen Problemen/Ungleichgewichten auf Dauer schon selber fertigwerden, wenn die Mitgliedsländer ihre Rolle in der Welt stärken wollen.

Auch richtig ist es, dass er auf die Frage, was man hätte anders machen können, die fehlende Sanierung des Bankensektors als einen Hauptkritikpunkt herausgreift:
"Dass es beim Ausbruch der Krise kein komplettes Konzept für ihre Bewältigung gab, liegt in der Natur der Sache. Es handelt sich um die schwerste Krise seit achtzig Jahren. Wir mussten Stück für Stück vorgehen, das war nicht anders möglich. Einen Fehler sehe ich im Rückblick aber schon: Die Bankenunion hätten wir früher in Angriff nehmen müssen. [...]

Ich nenne nur eine Zahl. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 haben die Vereinigten Staaten etwa 500 Banken geschlossen. Die Banken stehen dort mittlerweile besser da als vor der Krise, und der amerikanische Staat hat mit der Restrukturierung der Banken sogar Geld verdient. Wir haben natürlich in Europa eine andere Bankenstruktur als in Amerika. Dennoch ist es erstaunlich, dass im Euroraum bislang gerade mal eine Bank - in Zypern - geschlossen worden ist."
Seine Aussagen zur Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen in Griechenland sind natürlich stark politisch motiviert. Insgesamt kann man aber glaube ich sagen, dass auch dieses Interview bestätigt, dass der ESM bei Regling in guten Händen ist.

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