Mittwoch, 17. Juli 2013

Energiewende

Justus Haucap spricht in einem F.A.Z.-Interview über die ausufernden Kosten der Energiewende.

U. a. weist er deutlich darauf hin, was man anders machen sollte bzw. müsste:
"Was wäre eine Alternative zum EEG?
Wenn man ganz vernünftig sein wollte, müsste man allein den CO2-Handel wirken lassen. Der müsste dann alle Branchen und möglichst viele Staaten erfassen. Dann ist es nicht so wichtig, wo Emissionen vermieden werden - ob bei der Stromerzeugung, im Verkehr oder bei der Stahlproduktion. Das ist dem Klima ja egal. Ein solcher CO2-Begrenzungsmechanismus würde die ökonomisch kostengünstigste Lösung darstellen. In Deutschland ist aber mittlerweile die CO2-Vermeidung nur noch ein Ziel unter vielen, der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein eigenständiges Ziel geworden.
Warum eigentlich?
Das weiß ich nicht. Wir leben in einer Demokratie, die Leute wollen es so. Eine wirklich rationale Argumentation kann ich nicht erkennen. Es wird gesagt, dass der Ausbau der Erneuerbaren dazu führe, dass auch in anderen Ländern CO2 vermieden wird, weil sie so günstige Photovoltaikanlagen kaufen können. Aber das ist ein sehr indirekter Effekt, der sehr teuer erkauft wurde.
Noch mal: Was wäre die Alternative, wenn ein umfassender Emissionshandel politisch nicht erreichbar ist?
Dann sollte man Erneuerbare technologieneutral fördern. Wir haben inzwischen mehr als 4000 verschiedene EEG-Fördersätze. Die teuerste erneuerbare Stromquelle, die Photovoltaik, wird mit der höchsten Rendite gefördert. Daher gibt es eine massive Überförderung. Mehr als 35Prozent der weltweit installierten Solaranlagen stehen im eher sonnenarmen Deutschland - ein absurder Witz. Viele Ökonomen, etwa der Sachverständigenrat und die Monopolkommission, fordern einen Wechsel vom EEG zu einem Grünstrom-Quotenmodell.
Wie funktioniert das?
Die Versorger, etwa Stadtwerke, müssen eine bestimmte Quote „grünen“ Strom anbieten - aber aus welchen Quellen sie den kaufen oder selbst erzeugen, können sie selbst bestimmen. Das heißt: Grüne Technologien wie Windkraft auf der Küste oder an Land, Photovoltaik oder Biomassekraftwerke werden in Wettbewerb gestellt. Die Stadtwerke werden die günstigste Lösung wählen - und die Verbraucher sparen."
Schon irgendwie erstaunlich, wie einzelne Interessensgruppen es verstehen, Lösungen/Veränderungen zu  verhindern, die zu einem insgesamt besseren Ergebniss bei geringeren gesamtwirtschaftlichen Kosten führen würden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen