Montag, 29. Juli 2013

Fusion auf dem Mobilfunktmarkt

Justus Haucap schreibt auf seinem (relativ neuen) Blog über die angekündigte Fusion von E-Plus und O2.

Er ist sicher, dass dies den Wettbewerb schwächen wird:
"Bisher war der Markt durch sehr lebhaften Wettbewerb gekennzeichnet, der gerade von den beiden kleinen Anbietern befeuert wurde. [...] Ein wesentlicher Grund für diesen intensiven Wettbewerb war die hohe Asymmetrie zwischen den beiden kleinen und den beiden großen Anbietern: die beiden kleinen Anbieter haben wesentlich andere Interessen (Wachstum, Marktanteilsgewinne, um so ihre Durchschnittskosten zu senken) als die beiden großen Anbieter (Margen sichern) und fahren daher auch andere Wettbewerbsstrategien. Davon lebt der Wettbewerb heute in erheblichem Ausmaß. [...]

Durch den geplanten Zusammenschluss käme es nun zu einer Situation mit drei nahezu identisch großen Anbietern, die jeweils fast genau ein Drittel des Marktes hätten. Damit würden auch die Interessen der Anbieter „harmonisiert“ und sich die Wettbewerbsstrategien der drei Netzbetreiber vermutlich angleichen. Es entstünde leicht eine Situation kollektiver Marktbeherrschung, in der es stillschweigend zu Nichtangriffspakten kommt (ohne dass unbedingt ein echtes Kartell vorliegt). Anders ausgedrückt besteht die Gefahr, dass der Mobilfunkmarkt erheblich an seiner bisherigen Wettbewerbsdynamik verliert, weil der fusionierte Anbieter ein viel geringeres Interesse an Wettbewerbsvorstößen hat als die beiden kleinen bisher."
Mal schauen, ob das letztendlich dann vom Kartellamt genehmigt wird.

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