Donnerstag, 17. Oktober 2013

Herbstgutachten veröffentlicht

So, nun ist das Herbstgutachten der Gemeinschaftsdiagnose auch offiziell veröffentlicht.

Runtergeladen werden kann das gesamte Dokument z.B. hier auf der Seite des RWI.

Die ganz kurze Zusammenfassung lautet:
"Die deutsche Wirtschaft  steht vor einem Aufschwung. Getragen wird er von  der  Binnennachfrage. Das sich bessernde weltwirtschaftliche Umfeld und eine abnehmende Unsicherheit beflügeln die Investitionen. Der Private Konsum profitiert von günstigen Beschäftigungs-  und  Einkommensaussichten.  Das  reale  Bruttoinlandsprodukt  wird  im Jahr 2014 um 1,8 Prozent expandieren nach nur 0,4 Prozent in diesem Jahr. Die Verbraucherpreise dürften dabei moderat um 1,6 Prozent in diesem und um 1,9 Prozent im kommenden Jahr steigen. Der Staatshaushalt dürfte weiterhin einen Überschuss aufweisen."
Risiken ergeben sich vor allem aus der weiterhin fragilen Lage im Euroraum:
"Risiken für die deutsche Konjunktur resultieren insbesondere daraus, dass die Lage im Euroraum immer noch fragil und ein erneutes Aufflammen der Krise weiterhin nicht auszuschließen ist. Die in den vergangenen Jahren geschaffenen Instrumente zur Stabilisierung der Finanzmärkte und die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, unter bestimmten Voraussetzungen stabilisierend auf den Märkten für Staatsanleihen einzugreifen, haben die Lage nur vorerst beruhigt, stellen aber keine dauerhafte Lösung dar. Ein Erlahmen der politischen Bemühungen um einen tragfähigen Ordnungsrahmen für die Europäische Währungsunion oder ein Nachlassen der Konsolidierungs- und Reformanstrengungen in den Krisenstaaten könnte zu erneuten Anspannungen auf den Finanzmärkten führen."
Zum Thema Geldpolitik im Euroraum wird die Konsensposition der Institute wie folgt zusammengefasst:
"Die EZB hat mit ihrer Ankündigung, den Euro mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen, die Lage an den Finanzmärkten beruhigt und damit der Wirtschaftspolitik eine Atempause  verschafft.  Allerdings  hatte  ihr  Eingreifen  möglicherweise  negative  Wirkungen auf die Intensität der Reformprozesse, da der Druck seitens der Finanzmärkte abgenommen hat.  

Mit  ihrer  Geldpolitik  hat  die  EZB  auf  die  verhaltene  Geldmengen-  und  Kreditentwicklung reagiert  und  den  Zinssatz  für  die  Hauptfinanzierungsgeschäfte  des  Eurosystems  am  2.  Mai 2013  um  25  Basispunkte  auf  0,5  Prozent  gesenkt.  Allerdings  zeigen  sich  mittlerweile die Grenzen expansiver geldpolitischer Maßnahmen im Euroraum. So dürften in den Krisenländern von einer weiteren Zinssenkung keine wesentlichen die Konjunktur stabilisierenden Impulse ausgehen, weil die Probleme in den dortigen Bankensektoren bisher nicht behoben worden sind. Den Schlüssel für eine wirtschaftliche Erholung sehen die Institute in der Bereinigung des dortigen Bankensektors. Hierbei sollten zunächst die Eigentümer und Fremdkapitalgeber  der  Banken  herangezogen  werden,  im  Ausnahmefall  auch  Inhaber  von  Sichteinlagen jenseits  der  Grenzen  der  Einlagensicherung.  Dann  noch  verbleibende  Altlasten  wären  zunächst  von  den  Nationalstaaten  zu  tragen.  Eine  begrenzte  europäische  Lastenteilung  kann lediglich die ultima ratio sein." 
Zum Schluss noch die Abbildung über den prognostizierten Konjunkturverlauf in Deutschland:


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