Dienstag, 12. November 2013

Die F.A.Z. und die Exportdiskussion

... und weiter geht es.

"Der umstrittene Handelsbilanzüberschuss entsteht, weil Deutschland seit 2001 wieder mehr produziert als wegkonsumiert. Vereinfacht gesagt, wird der Produktionsüberschuss dann ins Ausland verkauft."
Und wieder nehmen die Jungs von der F.A.Z. es nicht so genau. Wenn man einige Finanzgrößen beiseite lässt, dann entsteht der Handelsüberschuss dann, wenn weniger investiert als gespart wird. 

Mehr produziert als konsumiert wird eigentlich immer und überall. Das hat mit den positiven Nettoexporten nix zu tun.

Es geht also nicht, wie die F.A.Z. uns glaube ich weismachen möchte, darum, dass mehr konsumiert werden muss, sondern dass Ersparnis und Investitionen sich ein Stück weit angleichen sollten.

Auch an einer weiteren Textstelle merkt man ziemlich deutlich, dass der Sachverhalt einfach nicht wirklich verstanden wird:
"Das Problem ist in den Augen des amerikanischen Nobelpreisträgers Paul Krugman und seiner Mitstreiter der Überschuss: Deutschland verkauft seit längerem viel ins Ausland und kauft wenig aus dem Ausland. Das heißt, Deutschland spart."
Dass Deutschland spart ist nicht das "Problem". Das "Problem" ist, dass es gesamtwirtschaftlich viel mehr spart als investiert! Und das ist ja mal ein gewichtiger Unterschied.

Am Ende seines Artikels geht es dann auch noch mal munter mit nominalen und realen Größen durcheinander ... aber irgendwie scheint dann ganz am Ende doch die Erkenntnis zu reifen, dass das soooo optimal mit den supergroßen Leistungsbilanzüberschüssen für Deutschland vielleicht doch nicht ist (auch wenn hier wieder Konsum/Investitionen verwechselt werden).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen