Donnerstag, 14. November 2013

Importdefizit

Sehr schön: Lasst es uns doch einfach "Importdefizit" nennen.

Dirk Elner greift auf seinem Blog einen "Vorschlag" von Mark Schieritz auf:
"Die deutschen Überschüsse müssen in anderen Stellen logischerweise zu finanziellen Defiziten (vulgo Schulden) führen, es sei denn die Produkte werden verschenkt oder die dafür gemachten Schulden werden erlassen. Die Finanzierung der Defizite erledigen wir bekanntlich gleich mit, in dem deutsche Unternehmen, Banken, Privatpersonen und der Staat Kredite an die Defizitländer geben und wir Steuerzahler kollektiv dafür haften. Die Zinsen für die Defizite erhöhen übrigens weiter den deutschen Leistungsbilanzüberschuss.
Vielleicht könnte eine Wende in der ziemlich dickköpfig und zickig geführten Debatte (dazu Montag mehr) durch eine Veränderung der Begrifflichkeiten erfolgen.
Mark Schieritz hat dazu den fast idealen Vorschlag gemacht:
Vielleicht würde es der Klarheit dienen, wenn wir künftig nicht von Exportüberschuss, sondern Importdefizit sprächen”. "
Vielleicht würde das in der Tat die Debatte ändern und dem einen oder anderen die Augen öffnen.

Kommentare:

Peter hat gesagt…

Importdefizite in Deutschland führen bei Handelspartnern nicht notwendigerweise zu Schulden, wenn diese beispielsweise Währungsreserven oder vorher angesammeltes Nettoauslandsvermögen abbauen...

Ferner ist selbst die Anhäufung von Auslandschulden seitens der Importüberschussländer nur problematisch, wenn diese die Auslandskredite verkonsumieren. Nutzen sie diese jedoch primär für investive Zwecke, können sie die Auslandsschulden nebst Zinsen problemlos aus der zusätzlichen Produktion bezahlen. Da Deutschland wohl auch viele Maschinen und Anlagen exportiert wäre dies auch in der Diskussion zu berücksichtigen!

Jonas Dovern hat gesagt…

@Peter:
Zum zweiten Absatz: Die Nettoexporte sind immer (annähernd) gleich der gesamtwirtschaftlichen Ersparniss abzüglich der Investitionen. Dies ist leicht zu sehen:
Y=C+I+NX und Y=C+S --> NX=S-I.
"Verkonsumiert" werden Handelsbilanzdefizite also erst mal nie. Allerdings zeigt sich eben häufig, dass Phasen langer Defizite mit Investitionen in unrentable Projekte (z.B. Bausektor in Spanien) einhergehen ... und die "Gläubigerländer" am Ende dann ihr Geld nicht wiedersehen.

Kommentar veröffentlichen