Mittwoch, 27. November 2013

Kommentar zum Zinsumfeld

Guter Kommentar von N. Piper in der SZ zum derzeitigen Niedrigzinsumfeld.
"Ja, die niedrigen Zinsen schaden den Sparern, sie schaden den Lebensversicherungen, aber sie haben nichts mit Enteignung zu tun. Wer mit diesem Begriff argumentiert, der unterstellt, dass es so etwas wie ein Recht auf einen positiven Realzins gibt, also auf einen Zins, der über der Inflation liegt. Aber so ein Recht kann es nicht geben, der Zins ist ein Ergebnis der Wirtschaftslage und des Marktes. Es gehört nicht zum Mandat der EZB - oder irgendeiner anderen Zentralbank -, die Verzinsung von Sparbüchern zu garantieren. [...]

Ein wenig rächt sich jetzt die deutsche Tradition, nach der Sparen eine Tugend, Investieren aber anrüchig ist. Fast 50 Prozent aller Amerikaner besitzen Aktien, aber nur 15 Prozent aller Deutschen. Wer zu Jahresbeginn in den Deutschen Aktien-Index investiert hat, der konnte bis heute sein Vermögen um 20 Prozent mehren. Das ist keine Aufforderung, jetzt groß in den Aktienmarkt einzusteigen. Aber es zeigt, dass es Alternativen gibt. Die Deutschen müssen nicht tatenlos zusehen, wie ihre Sparbücher an Wert verlieren."
Das sind auch jeweils meine beiden Argumente gegen das Gerede von der "finanziellen Repression". Erstens richtet die Zentralbank laut Mandat ihren Zins an der Preisentwicklung aus ... und in ihre Zielfunktion geht der Einlagenzins für Sparguthaben nicht ein. Und zweitens ist ja keiner gezwungen, seine Ersparniss in einer bestimmten Anlageklasse anzulegen.

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