Freitag, 20. Dezember 2013

Frage der Woche, 2013-KW51

Initiiert vom neuen Ökonomenaufruf heute zum Thema Arbeitsmarkt:

Sollten die Rahmenbedingungen des Mindestlohnes in Deutschland nach britischem Vorbild von einer stärker unabhängigen Kommission festgelegt werden?

Den Aufruf einer Gruppe von (Arbeitsmarkt-)ökonomen kann hier komplett gelesen werden. Ein Auszug:
"Wir sind eine heterogene Gruppe von Ökonominnen und Ökonomen, die staatliche Eingriffe in die Preisbildung auf Märkten und speziell Chancen und Risiken eines flächendeckenden Mindestlohnes unterschiedlich beurteilen. Wir sind uns aber einig, dass die vereinbarte Einführung des Mindestlohnes so ausgestaltet werden sollte, dass sie den gesetzten Zielen besser gerecht werden kann. Die theoretische und empirische Literatur zu Mindestlöhnen zeigt, dass moderate Mindestlöhne unangemessene Marktmacht von Arbeitgebern beschränken können, ohne dass in großem Umfang Arbeitsplätze vernichtet werden. Die Evidenz zeigt aber auch, dass zu hohe Mindestlöhne Arbeitsplätze zerstören können. Zudem kann sich die Wirkung von Mindestlöhnen nach Personengruppen und Regionen unterscheiden. Wenn also die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes politisch gewünscht ist, so sind bei der Umsetzung Augenmaß und wissenschaftliche Expertise gefragt. Die britische „Low Pay Commission“ liefert ein gutes Beispiel wie dies möglich ist. Wir empfehlen deshalb der deutschen Politik, die Lehren aus dem erfolgreichen britischen Modell zu ziehen und im Hinblick auf die Planungen für die Mindestlohnkommission in Deutschland zu nutzen."
Ich finde den Vorschlag sehr sympathisch frage mich aber noch, wie die demokratisch vorgegebene Zielfunktion für die unabhängige Kommission (analog zur Geldpolitik) formuliert werden müsste.


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