Mittwoch, 15. Januar 2014

Deutsche Leistungsbilanzüberschüsse

Sieh' an, sieh' an - ein Kommentar in der F.A.Z., in dem zwischen den Zeilen zu lesen ist, dass Deutschland mit seinen enormen Leistungsbilanzüberschüssen wohl keine optimale Politik fährt.

"Jahrelang haben die Deutschen ihre Exportüberschüsse bejubelt. Dass diese mit Kapitalexport einhergehen, wurde meist übersehen. Prinzipiell ist es durchaus klug, dass ein alterndes Land einen Teil seiner Ersparnis nutzt, um – hoffentlich mit guter Rendite – im Ausland Sach- und Finanzinvestitionen zu tätigen.

Die Deutschen haben inzwischen ein riesiges Auslandsvermögen angehäuft, das ein Polster sein soll, wenn die Folgen der Kinderlosigkeit voll zuschlagen. Aber man kann es auch übertreiben. Zum Teil sind die hohen Leistungsbilanzüberschüsse auch ein Spiegel der inländischen Investitionsschwäche. [...]

Nun wäre endlich ein Investitionsaufschwung zu erhoffen. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen. Auch der Staat sollte mehr gegen den Verfall der Infrastruktur investieren. Auf diese Weise würden übermäßig hohe Leistungsbilanzüberschüsse allmählich abgeschmolzen."
Dies ist eine exakte Widergabe der Position all jener, die die Leistungsbilanzüberschüsse kritisiert haben - und dabei nämlich nicht eine Reduzierung der Exporte sondern ebenjene Stärkung der Binnennachfrage vorschlugen, die nun auch in der F.A.Z. gefordert wird. 

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