Montag, 13. Januar 2014

Spezifikationen zu Basel III

Basel III wird nur zu einer geringen Erhöhung der Kapitalausstattung des Bankensektors führen.

Nicht zu letzt auf Drängen der deutschen Banken wurden nun für das neue Bankenregulierungsrahmenwerk, Basel III, wenig ambitionierte Kapitalanforderungsregeln spezifiziert.

Die BIZ veröffentlichte dazu gestern ein neues Dokument.

"Die „Leverage Ratio“ setzt das sichere Kapital einer Bank ins Verhältnis zu ihren gesamten Vermögenspositionen. Sie ist deswegen leicht verständlich und soll einen Gegenpol zum Ansatz darstellen, Vermögenswerte risikogewichtet zu verrechnen. Letzteres lässt den Banken nämlich einen größeren Spielraum darin, Risiken klein- und Chancen großzurechnen. Besonders Großbanken verwenden zudem eigene Risikomodell, die für Außenstehenden mitunter schwer nachvollziehbar sind.

Eine Vorteil aus den nun weicheren Regeln haben mutmaßlich vor allem Banken, die stark im Wertpapier- und Derivategeschäft engagiert sind - in Deutschland gilt dies besonders für die Deutsche Bank. Nach bisherigem Plan müssen die Banken ab dem Jahr 2015 ihre Leverage Ratio veröffentlichen, ab dem Jahr 2018 soll sie zu einer Quote von mindestens 3 Prozent gezwungen werden."
Das bedeutet, dass Banken dann immer noch als "Hedgefonds" operieren dürfen, deren Verschuldung das Eigenkapital um das 33-fache überschreitet.

Somit fällt das Fazit eindeutig gemischt aus. Einerseits ist es glaube ich gut, dass man eine gewisse Grenze für die tatsächliche (nicht-risikogewichtete) Verschuldungsquote zieht. Andererseits ist die Schwelle so niedrig gewählt, dass der Bankensektor nach Inkrafttreten der Basel-III-Regeln wohl bei größeren Konjunkturschwankungen immer noch viel zu instabil sein wird.

PS: Einige ernstzunehmende Fachleute sprechen sich für deutlich höhere Kapitalquoten aus, um implizite Subventionen für den Bankensektor zu beenden.

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