Sonntag, 23. Februar 2014

Einzelmeinungen vs. Finanzmärkte

Können manche Ökonomen "schlauer" als die Märkte sein?

"Wie sind diese erheblichen Auffassungsunterschiede zwischen manchen (keineswegs allen!) Ökonomen und Märkten erklärbar? [...]

Keine Seite besitzt wichtige Informationsvorsprünge, die ihr ein spezielles Wissen garantierten, denn die relevanten Wirtschaftsdaten über die europäischen Länder sind für jedermann verfügbar.[...]

Teilnehmer an Finanzmärkten sind fraglos keine Maschinen, sondern unterliegen Stimmungen, die hin und wieder zu einem Verhalten führen mögen, das man als „Herdentrieb“ bezeichnen mag. Aber die These, dass sich Marktteilnehmer über einen langen Zeitraum irrational verhalten und lernunfähig sind, müsste im konkreten Fall erst einmal belegt werden und sie ist vor allem dann erstaunlich, wenn sie von Ökonomen vertreten wird, die sich als Marktwirtschaftler bezeichnen. [...]

Unterschiedlich ist [...] der Grad der unmittelbaren Betroffenheit: Ein Ökonom aus einer staatlichen Universität kann zehnmal Unsinn erzählen, ohne dass ihm dies schaden muss. Aber kein Teilnehmer an den Finanzmärkten kann es sich erlauben, zehnmal auf das falsche Pferd zu setzen. Er verlöre schon viel früher seinen Job. Das zwingt Finanzmarktteilnehmer eigentlich zu besonders sorgfältigen Analysen[.]"
Insgesamt kommt der Beitrag von G. Braunberger zu dem Schluss, dass zumindest höchste Skepsis angebracht ist, wenn Einzelmeinungen prominenter Ökonomen von den Schlussfolgerungen der Märkte abweichen.

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