Donnerstag, 6. Februar 2014

EZB vor wichtiger Rats-Sitzung

Das Handelsblatt beleuchtet die Optionen der EZB auf der heutigen Ratssitzung.
"Die entscheidende Frage lautet: Wie schätzt die EZB das Risiko sinkender Preise ein? Je näher sich die Preise der Nullmarke nähern, desto größer die Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten.[...]
„Wenn die EZB das Risiko von Deflation bekämpfen will, muss sie zu schärferen Mitteln greifen als lediglich die Geldmarktzinsen zu stabilisieren. Sie müsste die Geldpolitik deutlich expansiver gestalten, zum Beispiel durch einen negativen Einlagenzins oder Anleihekäufe“, sagt der EZB-Experte.

Bereits jetzt liegt der Leitzins auf dem historischen Tiefstwert von 0,25 Prozent. Spielraum nach unten gibt es kaum noch. Denkbar wäre, dass die EZB erstmals in ihrer Geschichte vom Prinzip der Viertelprozent-Schritte abweicht und den Leitzins beispielsweise auf 0,1 Prozent setzt. 

Die zweite Option wäre ein Verzicht auf die Sterilisierung früherer Anleihekäufe – also die Entziehung von Liquidität in gleicher Höhe. Zwischen 2010 und 2012 kaufte die EZB zur Stützung der Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien für mehr als 200 Milliarden Euro deren Staatsanleihen. Heute hat sie davon noch einen Bestand von etwa 170 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte die EZB versprochen, die so entstandene Liquidität wieder abzuschöpfen. Daher hat sie den Banken die Möglichkeit eingeräumt, in derselben Höhe Geld wöchentlich bei ihr zu parken. Damit wollte sie Inflationsängsten vorbeugen. Inzwischen ist Inflation jedoch kein Thema mehr. Deshalb könnte die EZB dieses Prozedere abschaffen und so der Wirtschaft etwas zusätzliche Liquidität verschaffen.

Die dritte Option wäre ein weiterer Langfristkredit (LTRO) an die Banken. Bereits Ende 2011 und Anfang 2012 hat die EZB den Banken mit zwei Kreditlinien von jeweils gut 500 Milliarden Euro für den extrem langen Zeitraum von drei Jahren geliehen. Das hat die Banken stabilisiert. Inzwischen zahlen viele Institute bereits wieder schrittweise das Geld zurück, das sie sich damals bei der EZB geliehen haben. Ein neuer Langfristkredit könnte die bald auslaufenden LTROs ablösen. Beim letzten Mal allerdings landete das Geld aus den LTROs vor allem in Staatsanleihen und trug nur wenig zur Belebung der Wirtschaft bei.

Ein noch schärferes Instrument wäre ein negativer Einlagenzins. Banken, die ihr Geld bei der EZB parken, müssten dann einen Strafzins zahlen.  [...]

Das schärfste Mittel wären Wertpapierkäufe wie in den USA, Großbritannien oder Japan, ein Vorgang, der als Quantitative Easing bezeichnet wird. Dies wäre in der Euro-Zone allerdings besonders schwer vermittelbar, weil es keinen gemeinsamen Staat gibt. [...]"
Ich glaube die richtig große Überraschung gibt es heute noch nicht. Aber ich glaube auch, dass die EZB im Verlauf von 2014 zu zusätzlichen Maßnahmen greifen wird/muss, um die Disinflation zu stoppen.

Die Pressekonferenz kann man gleich unter diesem Link anschauen.

Update: Nothing happend.


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