Mittwoch, 12. Februar 2014

Implikationen von Langzeitarbeitslosigkeit

Sorgt ein Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit nicht zu einer Dämpfung des Lohnauftriebs?

Zumindest weniger. Das ist jedenfalls das Fazit eines Kurzbeitrags von 3 Ökonomen der Fed aus New York.

Zuerst stellen diese einen erstaunlichen Bruch im Gleichlauf von Kurzfrist- und Langfristarbeitslosigkeit fest, der mit der Großen Rezession auftrat:


Dann zeigen sie, dass eine Phillipskurve, in der das Lohnwachstum von der kurzfristigen Arbeitslosigkeit getrieben wird, die aktuelle Dynamik besser erklärt, als eine, in der die gesamte Arbeitslosigkeit eingeht.


"Our results raise an interesting question—why has the distinction between short-duration and long-duration unemployment in the United States previously received so little attention? One answer is that the close correspondence between the total unemployment rate and the short-duration unemployment rate has masked the importance of the latter variable. If movements in the unemployment rate are largely driven by the short-duration unemployment rate, then the unemployment gap is a suitable proxy for measuring slack in the labor market—even if the appropriate measure is the short-duration unemployment gap. It is only since the last recession and its aftermath, when the composition of the total unemployment rate deviated from its historical pattern, that we can observe the differential effects of unemployment duration on compensation growth."
Für die Wirtschaftspolitik impliziert dies, dass durch die Krise entstandene Langfristarbeitslosigkeit nicht schnell über endogen ausgelöste Lohnmoderation abgebaut wird. Die Gefahr besteht deswegen, dass mit der Zeit die strukturelle Arbeitslosenquote steigt (sogenannte Hysterese-Effekte).

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