Mittwoch, 4. Juni 2014

Es wird weiter nach einem risikolosen Garantiezins für Sparer gerufen

Diesmal vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband, dem Dachverband der Sparkassen.

Im Deutschlandfunk sagte der Verbandschef u.a.:
"Müller: Herr Fahrenschon, ist das eine Enteignung?

Fahrenschon: [...] So ein niedriges Zinsumfeld hat natürlich gute und schlechte Seiten. Für all diejenigen, die jetzt Kredite nehmen, sind das natürlich nahezu paradiesische Zustände. Allerdings muss man darauf achten, dass man A sehr lange Laufzeiten ausmacht, und zweitens gilt in jedem Fall, jeder sollte sich durch diese historisch niedrigen Zinsen nicht dazu verleiten lassen, unbedachte Entscheidungen zu machen.

Die andere Seite macht mir noch viel mehr Sorgen. Wenn natürlich Millionen von Sparerinnen und Sparern durch diese niedrigen Zinsen irgendwie überhaupt keinen Anreiz mehr sehen, dann haben wir große, große Schwierigkeiten. Deutschland, ganz Europa muss sparen. Wir müssen für das Alter vorsorgen. Diese historisch niedrige Zinssituation macht falsche Signale. Wenn man ehrlich ist - und das wäre für die Entscheidung der Europäischen Zentralbank ganz wichtig -, dann werden schon heute viele Sparer eigentlich herangezogen, ungefragt zu einer zusätzlichen Solidarleistung. Das niedrige Zinsumfeld verändert ihre Altersvorsorge-Planung. Wir verlieren in der Altersvorsorge Jahr für Jahr Erträge, die eigentlich die Sparer in zehn, in 20 Jahren dringend bräuchten.

[...]

Müller: [...] Ich möchte das noch mal fragen: Sie haben vom Paradies gesprochen und dann im Grunde von der anderen Seite. Das Gegenteil ist ja die Hölle. Noch mal die Frage: Ist das eine schrittweise Enteignung des Vermögens?
 
Fahrenschon: Ja ganz klar![...]"
Ich lasse das einfach mal so stehen ... aber so argumentiert man wahrscheinlich, wenn man sein Leben im Bereich des Bankings und der Kapitalmärkte verbringt und die "Realwirtschaft" mehr oder weniger ausblendet ...

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