Mittwoch, 4. Juni 2014

Verkehrte Notenbank-Welt?


"Die Notenbankwelt steht auf dem Kopf. Lange Zeit nach der Finanzkrise galt die Europäische Zentralbank eher als ein Bremser einer zu lockeren Geldpolitik, während die amerikanische Federal Reserve munter mit gewaltigen Anleihekäufen unbekanntes Terrain betrat, nachdem sie schon im Dezember 2008 die Nullzinsgrenze erreicht hatte. Nun haben die Rollen sich gedreht: Die EZB steht am morgigen Donnerstag offenbar vor einer weiteren geldpolitischen Lockerung, während die Fed ihre geldpolitischen Impulse allmählich zurücknimmt.
Die Umkehrung der gewöhnlichen Verhältnisse gründet weniger in einer grundsätzlichen Neuorientierung des Denkens, sondern in der unterschiedlichen Wirtschaftslage, in denen sich die Vereinigten Staaten und der Euroraum befinden. Die amerikanische Wirtschaft steuert nach der witterungsbedingten Schrumpfung am Jahresbeginn auf eine solide Erholung zu, während die Aussichten im Euroraum bei weitem nicht so gut aussehen."
Das Bild vom "auf-dem-Kopf-stehen" ist mir nicht so ganz klar. Denn man kann auch argumentieren, dass die zu restriktive Politik der EZB in den vergangenen Jahren dazu beigetragen hat, dass die Erholung schwach blieb bzw. es zu einer Doppelrezession gekommen ist und die Inflation deutlich unter die Zielmarke gesunken ist.

Nach dieser Lesart wäre die Notwendigkeit für eine länger expanisve Geldpolitik zum Teil die hausgemachte Folge der Politikfehler der vergangenen Jahre (man denke an die Zinserhöhungen in 2011).

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