Montag, 20. Oktober 2014

Fiskalische Koordination in der Währungsunion

Diese 50 Milliarden werden die Diskussion um die Koordination der Finanzpolitik in einer Währungsunion wieder anfachen.

Frankreich schlägt anscheinend vor, die Finanzpolitik im Euroraum dahingehend zu koordinieren, dass ein französisches Sparpaket im Umfang von rund 50 Mrd. Euro von einem Investitionsprogramm in Deutschland flankiert wird, damit es für den Euroraum im Ganzen nicht zu einer übermäßig restriktiven Finanzpolitik kommt.

Und als Hintergrundlektüre für Spieltheoriefans: ein aktuelles Forschungspapier aus dem Journal of International Economics von Kempf und von Thadden, in dem diese zeigen, unter welchen Bedingungen eine Koordinierung vorteilhaft sein kann.

Das Ganze ist nicht mein Spezialgebiet, aber ich vermute, dass auch hier, wie bei fast allen zwischenstaatlichen Verträgen, die Schaffung von Sanktionsmechanismen das größte Problem sein würde.

Davon abgesehen, bestreiten viele auch, dass eine weniger restriktive Finanzpolitik in Deutschland im deutschen Interesse ist. Dabei ist die Gemeinschaftsdiagnose bei ihrem letzten Gutachten von dieser Position abgerückt und hat die Notwendigkeit einer expanisveren Politik beschrieben.

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