Freitag, 10. Oktober 2014

Uber & Co.

Guter Kommentar von Constanze Kurz in der F.A.Z.

Unter anderem heißt es darin:
"Im Kern geht es [Uber & Co.] darum, durch aggressive Kombination von – meist eher simpler – Technologie und bis zum Anschlag neoliberalen Geschäftsmodellen etablierte Anbieter aus lukrativen Märkten zu drängen. Argumentiert wird in der Regel mit echten oder angeblichen Ineffizienzen, schlechtem Service der alteingesessenen Diensteanbieter und besserem Eingehen auf Kundenbedürfnisse.[...]

Verdrängt wird gern, dass manchmal die ineffizient scheinenden Regulierungsmechanismen im Transportgewerbe, etwa Taxi-Lizenzen, Gebührenordnungen und Personenbeförderungsscheine, das Ergebnis eines oft viele Jahrzehnte dauernden Lernprozesses sind.  [...]

Die hinter dem „Disruption„-Modell stehende Ideologie ist das gnadenlose Ausschöpfen von Effizienzpotentialen. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch oft heraus, dass die zu schließende Effizienzlücke durch Technologieeinsatz allein eher gering ist – auch die Taxizentralen haben längst funktionierende Smartphone-Apps für die Bestellung. Das eigentliche Profitpotential liegt in der Umgehung oder Aushebelung von bestehenden Regeln, Schutzmaßnahmen oder Versicherungspflichten, manchmal auch schlicht in der Ignoranz sozialer Normen. Dazu gehört auch die Externalisierung von Risiken und Kosten, mithin die Abwälzung auf die Gemeinschaft."

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