Mittwoch, 22. Oktober 2014

Überteuerte Unternehmensanleihen?

Die F.A.Z. wettert weiter gegen die expansive Geldpolitik der EZB.

Und ich sehe, dass es gute Argumente gegen die zusätzlichen Maßnahmen gibt, die die EZB beschlossen hat oder mutmaßlich demnächst beschließen könnte.

Aber P. Plickert spricht sich gegen Käufe von Unternehmensanleihen mit dem Argument aus, dass deren Renditen schon überaus niedrig seinen.
"Anfang kommenden Jahres könnte sie Unternehmensanleihen aufkaufen. Dass die Preise vieler Unternehmenspapiere schon jetzt ziemlich hoch und ihre Renditen niedrig sind und kaum noch die Ausfallrisiken widerspiegeln, ist für die Befürworter nebensächlich."
Ist dies ein valides Argument? Hier sind die realen Renditen deutscher Unternehmensanleihen (Reihe der Bundesbank zu den nominalen Renditen abzüglich der Inflationsrate):


Klar sind die Realrenditen derzeit niedrig - aber Deutschland und der Euroraum stecken ja auch in einer fundamentalen Konjunkturschwäche, in der bis auf weiteres mit einem niedrigen Zinsniveau zu rechnen ist.

Aber sind sie schon viel zu niedrig? Ich kann das nicht sehen. Auch in den 1960ern, 1970ern, 1990ern und Mitte der 2010er waren die Renditen so niedrig. Und wenn man bedenkt, dass das Wachstumspotential Deutschlands heute viel niedriger ist als noch vor einigen Dekaden, dann ist ein niedrigerer gleichgewichtiger Realzins auch das, was man erwarten würde.

Also als Fazit: Macht ruhig so viele Argumente gegen die lockere Geldpolitik wie ihr wollt. Aber macht richtige und checkt die Fakten!

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