Dienstag, 9. Dezember 2014

Ungleichheit und Wachstum

Was ist bloß bei der OECD los?

Erst vor Kurzem der Schwenk hin zur Forderung nach expanisiverer Wirtschaftspolitik in Europa und nun eine Studie, die zu dem Schluss kommt, dass der Anstieg der Einkommensungleichheit in den entwickelten Volkswirtschaften seit 1985 zu enormen Wachstumseinbußen geführt hat.



Dabei ist selbst P. Krugman skeptisch, was diesen Zusammenhang angeht.

Die gesamte Studie kann man hier herunterladen. Und eine Kurzfassung gibt es hier.

Kurz zusammengefasst basiert die Studie auf einer standardmäßigen Panelregression, in der die Korrelation zwischen verschiedenen Determinanten und dem nachfolgenden Wirtschaftswachstum (über jeweilige 5-Jahres-Perioden) geschätzt wird.

In diese Regression wird ein Maß für die Ungleichheit (Gini-Koeffizient) aufgenommen und dann geschaut, wie hoch der partielle Korrelationskoeffizient ist. Basierend auf dem beobachteten Anstieg der Ungleichheit, rechnet der Autor dann die "Wachstumsverluste" aus.

Ähnlich wie P. Krugman, schließe ich einen Effekt der Ungleichheit nicht aus, denke aber auch, dass es mehr Studien (theoretisch und empirisch) zu den genauen Kanälen bedarf, bevor man sich in dieser Frage ein gesichertes Urteil erlauben kann.

Bis dahin würde ich auch schlussfolgern: Korrelation ja; kausale Effekte unsicher.

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