Mittwoch, 28. Januar 2015

Entwicklung in Griechenland

... da scheint sich jemand sehr sicher zu sein, zu "big zu fail" zu sein.

Laut Presseberichten möchte die neue Regierung in Griechenland wirklich so ziemlich alles, was sie im Wahlkampf bzgl. der Rücknahmen der Reformen der letzten Jahre angekündigt hatte, direkt umsetzen.
"Wie bereits am Vormittag bekannt wurde, werden Tsipras und seine Minister im Eiltempo große Teile der Versprechen aus dem Wahlkampf umsetzen - und die Reformen der Vorgängerregierung zurückdrehen. 

Dazu gehört, dass die neue von der Linkspartei Syriza angeführte Regierung Tausende im Zuge der Sparmaßnahmen entlassene Staatsbedienstete wieder einstellen will. Dies teilte Vize-Verwaltungsreformminister Georgios Katrougalos im griechischen Fernsehen mit. Die Maßnahme war ein Wahlversprechen des Linksbündnisses Syriza. "Wir werden die Entlassungen rückgängig machen", sagte Katrougalos. Wie viele ehemalige Staatsbedienstete wieder eingestellt werden sollen, blieb zunächst unklar. Allein 2014 waren 9500 entlassen worden.
  • Zugleich soll das 13. Monatsgehalt für niedrig bezahlte Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes wiedereingeführt werden.

  • Es soll keine weiteren Entlassungen im Öffentlichen Dienst geben.

  • Der Mindestlohn soll wieder auf den alten Stand von monatlich 751 Euro angehoben werden.
Ein weiterer Punkt auf Tsipras' Liste: Stopp der Privatisierungen. Nachdem bereits der geplante Verkauf des Hafens von Piräus lahmgelegt wurde, will die neue Regierung auch andere Privatisierungen stoppen, wie der griechische Energie- und Umweltminister Panagiotis Lafazanis im Rundfunksender Skai ankündigte. Zunächst betreffe dies die Elektrizitätsgesellschaft PPC. Die Aktien von PPC fielen anschließend deutlich. Zudem sollen auch die griechischen Staatseisenbahnen nicht verkauft werden."
Ich muss gestehen, dass mich das etwas überrascht, weil ich gedacht hatte, dass Syriza nach der Wahl einen Kompromiss mit den öffentlichen Geldgebern (IWF, EZB, andere Mitgliedsstaaten) aushandeln würde.

Nun sieht es so aus, als ob sich die neue Regierung ziemlich sicher wäre, weiter aus dem Ausland finanziert zu werden - egal, was sie beschließt. Ich wäre mir da nicht so sicher, weil die Institutionen im Euroraum mittlerweile nicht perfekt, aber deutlich besser aufgestellt sind als noch vor 3 oder 4 Jahren. 

Sollte das alles wirklich so umgesetzt werden, dann steigt das Risiko eines Austritts Griechenlands aus dem Währungsraum sehr, sehr deutlich.

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