Donnerstag, 22. Januar 2015

QE in Griechenland?

Sollte das ESZB im Rahmen des QE-Programms auch Anleihen der öffentlichen Hand aus Griechenland kaufen?

Der griechische Finanzminister wirbt dafür im Handelsblatt (und das ist ja auch sein gutes Recht, man sollte nur nicht unbedingt auf ihn hören):
"„Wir sind das Land mit der höchsten Deflation, mit der höchsten Verschuldungsquote und den höchsten inländischen Zinssätzen“, sagte der griechische Finanzminister Gikas Hardouvelis in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Theoretisch sind wir aufgrund der Deflation und des Ziels der Preisstabilität der EZB der ideale Empfänger des Programms.“ Ein Ausschluss zum jetzigen Zeitpunkt sei seiner Ansicht nach „nicht korrekt“."
Doch korrekt! Und zwar warum? 

Punkt 1: Alles, was zählt, ist das die EZB für den Euroraum insgesamt eine Inflation von 2 % anpeilt. Zwischen den Ländern muss es Unterschiede geben können, um Relativpreisänderungen zwischen Gütern aus verschiedenen Ländern zu ermöglichen. Hinweise auf die Deflationsrate in Griechenland sind als Begründung also verfehlt.

Punkt 2: Griechenland ist faktisch pleite und seine Staatsanleihen wohl einfach wirklich mit einem zu hohen Ausfallrisiko behaftet, als dass sich das ESZB damit abgeben sollte. Außerdem liegt der Großteil der öffentlichen Schulden ja mittlerweile schon in den Händen anderer Euro-Staaten und des IWFs ...

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