Donnerstag, 22. Januar 2015

Strohfeuer?

Im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung läuft die Presse (und hier ist nicht die Druckerpresse der EZB gemeint) in Deutschland heiß ...

Hier ein Fund aus einem Artikel der SZ, in dem die expansive Geldpolitik sehr kritisch gesehen wird. Gestutzt habe ich am Ende:
"Doch Geld allein schafft weder Wachstum noch Wohlstand. Da braucht es viel mehr. Doch wer Stroh ins Feuer wirft, dem fehlt die Zeit, frisches Holz zu hacken."
Keine Widerrede zum ersten Satz. Was "Geld" (lies: Geldpolitik) nach gängigen Erfahrungen und nach einer vielzahl theoretischer Modelle aber schaffen kann, ist eine Schließung der Produktionslücke. D.h. Wachstum und angebotsseitige Faktoren allgemein werden nach gängiger Lesart tatsächlich nicht durch die Geldpolitik beeinflusst ... wohl aber kann sie der Nachfragesteuerung dienen.

Insofern ist und war es, um im Bild zu bleiben, bei den heutigen Institutionen nie die Aufgabe der EZB Holz hacken zu gehen. Ihre Aufgabe war es schon immer, ein wenig Stroh ins Feuer zu werfen, um zu verhindern, dass das Feuer ausgeht, während "die Wirtschaft" gerade Holz hackt.

Ein wenig breiter gedacht zeigt der SZ-Beitrag, dass die Diskussion über die angemessene Geldpolitik oft am Fehlen der Trennung zwischen Wachstum und Konjunktur krankt.

Wenn jemand meint, dass hier ...


... die Produktionslücke im Euroraum geschlossen ist, dann kann Geldpolitik wirklich nichts ausrichten.

Hinweise darauf, dass die Geldpolitik das langfristige Wachstum nicht beschleunigen kann, gehen aber ins Leere.

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