Donnerstag, 26. Februar 2015

Schwarze Null oder Investitionen?

Sollte der deutsche Staat, nachdem die "schwarze Null" nun auch beim Bundeshaushalt erreicht wurde, mehr (gesamtwirtschaftlich/gesellschaftlich) profitable Investitionsausgaben tätigen?

Ich meinte: ja.

"Hilfreich wäre zudem, wenn der Staat seine beträchtlichen finanziellen Spielräume nutzen würde. In diesem Jahr dürfte es zum vierten Mal in Folge einen Haushaltsüberschuss geben. Wann kann sich der Staat noch einmal für zehn Jahre zu einem Zins von 0,30 Prozent verschulden? Es ist völlig ausgeschlossen, dass es nicht zahllose Investitionsprojekte gibt, mit denen sich gesamtgesellschaftlich eine Rendite erzielen lässt, die deutlich über diesem Wert liegt. Die Anleger drängen dem Staat ihr Geld gewissermaßen auf und verlangen dafür fast keine Zinsen. Mindestens für Investitionen in Sachkapital, aber auch für die Bildung muss es doch erlaubt sein, Schulden aufzunehmen. Ein solcher Kurswechsel wäre auch nicht schlecht für die Länder des Euroraums, die ihre Schulden abbauen müssen – das kann ihnen letztlich nur gelingen, wenn sie mehr exportieren als importieren."
Selbst wenn man annimmt, dass höhere über Neuverschuldung finanzierte Staatsausgaben einen Zinseffekt haben würden, dürfte der längst nicht so groß sein, dass er den Realzins von rund -1,5% so weit anhebt, dass viele naheliegende Investitionsprojekte (Bereiche: Infrastruktur, Forschung, Bildung) unrentabel würden.

Es ist mir schleierhaft, dass keine Partei dieses Thema so richtig zu ihrem eigenen macht. Aber anscheinend haben alle Angst vor dem Milieu der "schwäbischen Hausfrauen", denen die Sparpolitik wichtiger ist als alles andere - auch wenn sie volkswirtschaftlich nicht optimal ist.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen