Freitag, 10. April 2015

Gefahr durch Dollar-Kredite

Der IWF warnt vor Problemen, die sich aus der hohen Verschuldung von Unternehmen in Schwellenländern in US-Dollar ergeben.

Aus der F.A.Z.:
"Viele Schwellenländer haben das niedrige Zinsniveau der Vereinigten Staaten genutzt, sich in Dollar zu verschulden. Das betrifft besonders Unternehmen in Schwellenländer, die im schlimmsten Fall hohe Schulden in Dollar aufgenommen haben, unter den stark gefallen Rohstoffpreisen leiden und steigenden Kreditkosten zu bewältigen haben. Viele der Unternehmen haben nach Erkenntnis des Währungsfonds ihre hohe Dollarposition nicht abgesichert."
Wenn ein Unternehmen also Kredite in US-Dollar bedienen muss, seine Haupteinahmen aber in heimischer Währung erzielt, dann kann eine Aufwertung des Dollars dazu führen, dass Kredite nicht mehr bedient werden können.

Ich habe keine Informationen darüber, welche Art von Unternehmen sich da hauptsächlich verschuldet hat. Sollten es eher international Tätige Unternehmen sein oder solche aus Rohstoffmärkten, deren Produkte in Dollar gehandelt werden, wäre das Problem nicht so groß. Bei Konsumgüterherstellern für den heimischen Markt oder Dienstleistungsunternehmen schon eher ...

Am Ende heißt es im Beitrag noch:
"Was aber könnte dem Dollar Auftrieb geben? Die Antwort auf diese Frage gibt Lagarde ziemlich unverschlüsselt: Janet Yellen, die Chefin der amerikanischen Notenbank Fed. Yellen will erklärter Maßen die Geldpolitik normalisieren und die Leitzinsen vielleicht im Juni schon leicht anheben. Ein beunruhigender Gedanke für Lagarde: Die Liquidität könne schnell verdampfen, wenn jeder gleichzeitig zum Ausgang renne nach einer Zinserhöhung durch die Fed. 

Einen Vorgeschmack dieser Gefahren habe die Welt bekommen, als die Schwellenländer im Frühjahr 2013 große Kapitalabflüsse erlebten, weil die amerikanische Notenbank damals erwog, das Anleihe-Kaufprogramm zurückzufahren. Damit zeigt sich auch das teuflische Dilemma der amerikanischen Geldpolitik: Sie hat mit billigem Geld den Anreiz geliefert, sich in Dollar zu verschulden. Den Geldhahn zuzudrehen ist deutlich schwerer."
Ich würde eher sagen: Hier zeigt sich wieder, wie irrational Märkte und Unternehmen agieren. Jedem hätte sonnenklar sein müssen, dass die Fed die Zinsen wieder anhebt, wenn es die konjunkturelle Lage in den USA ermöglicht/erfordert.

Sowohl Kreditnehmer aus Schwellenländern als auch amerikanische Banken hätten das also bei der Festsetzung langfristiger Kreditzinsen und bei der Bonitätsprüfung berücksichtigen müssen.

Wenn dies nicht geschehen ist, spricht das für mich eher für bessere Finanzmarktregulierung als dafür jetzt wieder der Geldpolitik den schwarzen Peter zuzuschieben.

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