Donnerstag, 23. April 2015

Zukünftige Zinsbelastung des Bundes

Mein ehemaliger Kollege Jens Boysen-Hogrefe vom IfW in Kiel hat verschiedene Szenarien durchgerechnet.

Auf der Seite Ökonomenstimme präsentiert er eine Zusammenfassung der Studie (die er zusammen mit Jan Eric Filipczak geschrieben hat).
"Die aktuell sehr gute Lage der öffentlichen Haushalte in Deutschland sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass mittel- bis langfristig spürbare Haushaltsrisiken bestehen. Die durch die Niedrigzinspolitik und das aktuelle wirtschaftliche Umfeld im Euroraum begünstigte künstliche Dividende ist zeitlich begrenzt. Es bedarf daher bereits jetzt einer Ausgabengestaltung, die die demographischen Kosten und die steigende Zinslast im Blick hat, wie dieser Beitrag zeigt."
Ein zentraler Baustein der Studie ist die Berechnung verschiedener Szenarien, die sich darin unterscheiden, an welchem Zeitpunkt wieder das historische durchschnittliche Zinsniveau erreicht wird.


Mir fehlen (zumindest in der Zusammenfassung) zwei Aspekte.

Zum einen wäre eine Abbildung schön, die die Szenarien nicht in Form von absoluten Zahlungsströmen sondern die Zinsbelastung in Relation zum nominalen BIP (unter Annahme eines konservativen Szenarios von vielleicht 1% Wachstum und 1,5% Inflation) zeigt.

Zum anderen wäre es sicher hilfreich ein paar Worte darüber zu verliergen, warum das Zinsniveau wieder zum Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre tendieren sollte, wenn sich die Wachstumsdynamik deutlich abgeflacht hat und vermutlich aufgrund der Demographie auch weiter abflachen wird.

Trotzdem ist die Studie in jedem Fall ein wichtiger Hinweis darauf, dass man sich auf das Szenario mit steigenden Zinsen zumindest vorbereiten sollte.

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