Montag, 13. Juli 2015

The Blame-Game

... is on.

Jetzt geht es natürlich weiter mit der Frage, wer hier wen über den Tisch gezogen und gedemütigt hat, und wer sich von den europäischen Idealen abgewendet und dem Nationalismus zugewendet hat.

W. Münchau findet in der FT, dass eindeutig das Vorgehen der Kreditgeber (also aller außer Griechenland) das europäische Projekt zerstört hätte:
"By forcing Alexis Tsipras into a humiliating defeat, Greece’s creditors have done a lot more than bring about regime change in Greece or endanger its relations with the eurozone. They destroyed the eurozone as we know it. They demolished the idea of a monetary union as a step towards a democratic political union and reverted to the nationalist European power struggles of the 19th and early 20th century."
Eine bisschen einseitige Sichtweise, wie ich finde. Denn nicht zuletzt die aktuelle griechische Regierung hat seit Januar über ihren Verhandlungsstil, den Rückgriff auf nationale (statt z.B. europaweite) Plebiszite ohne Verweise auf den Wählerwillen in anderen Ländern und die Wortwahl in Wahlkämpfen und anderen öffentlichen Äußerungen ziemlich viel zum Zerstören der auf Kompromisse ausgelegten Politmaschinerie in der EU und im Euroraum beigetragen.

Insofern haben sich hier wahrscheinlich beide Seiten an die Nase zu packen!

Aber das können ja dann in ein paar Jahrzehnten die Historiker analysieren ...

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