Samstag, 11. Juli 2015

Varoufakis' Nachtreten

Y. Varoufakis mischt sich über seinen Blog weiter in die Griechenland-Krise ein.

In erster Linie stellt er Vermutungen an, warum Deutschland nie und nimmer einer weiteren Umschuldung zustimmen wird ("weil es den Grexit unbedingt will, um den anderen Mitgliedsländern Angst zu machen").

Selbst wenn es so wäre, dass Deutschland (im Übrigen hören sich einige der Nord-Ost-europäischen Länder viel härter ggü. Griechenland an als Deutschland) weiteren Umschuldungen nicht zustimmt (ich interpretiere Merkel eigentlich so, dass Umschuldung schon ok wäre - nur kein nominaler Schuldenschnitt) und weiter zu harte Sparprogramme fordert, wäre die einfachere Erklärung glaube ich die hier vorherschende ökonomische Theorie (die z.B. immer noch von einem Multiplikator nahe 0 ausgeht) und das sklavische Festhalten an europäischen Verträgen.

Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass Varoufakis von einem "ECB-induced bank run" spricht. Nun weiß man nicht so ganz genau, was er damit meint. Sicher ist aber, dass es, wenn die EZB ihre Regeln nicht schon bis zum Äußersten gedehnt hätte, einen viel viel schnelleren und heftigeren Bankrun gegeben hätte, der zum Zusammenbruch des gesamten griechischen Bankensystems geführt hätte.

Worüber sich Varoufakis hier also bei der EZB beschwert, bleibt ziemlich unverständlich.

Insofern liest sich das Ganze wie ein weiteres Stück in der Reihe "Ich-weise-die-gesamte-Verantwortung-an-andere-weiter-und-konstatiere-dass-ich-als-Finanzminister-beim-besten-Willen-aufgrund-dieser-ausländische-Verschwörung-nichts-für-Bankrun-Rezession-und-dramatische-Verschlechterung-der-Staatsfinanzen-kann"!

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